Impuls von Diakon Huthmacher

Jesus öffnet einem Mann die Augen. Dieser kann wieder sehen. Blind kann man nicht nur in Bezug auf die Sehfähigkeit der Augen sein. Es gibt auch eine andere Blindheit …. Eine Blindheit des Herzens … oder des Verstandes …  Wo war ich blind? Habe ich nur mich gesehen? Habe ich die Not Anderer übersehen?
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22. Mär 2020
Norbert Huthmacher

Eph 5, 8-14: Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser

Brüder und Schwestern! Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichts! Das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor. Prüft, was dem Herrn gefällt, und habt nichts gemein mit den Werken der Finsternis, die keine Frucht bringen, sondern deckt sie auf! Denn man muss sich schämen, von dem, was sie heimlich tun, auch nur zu reden. Alles, was aufgedeckt ist, wird vom Licht erleuchtet. Alles Erleuchtete aber ist Licht. Deshalb heißt es: Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten, und Christus wird dein Licht sein.

 

Evangelium: Joh 9, 1.6-9.13-17.34-38

In jener Zeit sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Jesus spuckte auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen. Die Nachbarn und andere, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte. Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen; dann wusch ich mich, und jetzt kann ich sehen. Einige der Pharisäer meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein Sünder solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen. Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet. Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren, und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus. Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube. Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.

 

 

Impulse / Gedanken zu den Texten:

Jesus öffnet einem Mann die Augen. Dieser kann wieder sehen.

Blind kann man nicht nur in Bezug auf die Sehfähigkeit der Augen sein. Es gibt auch eine andere Blindheit …. Eine Blindheit des Herzens … oder des Verstandes … 

Wo war ich blind? Habe ich nur mich gesehen? Habe ich die Not Anderer übersehen?

Wo ist mein blinder Fleck, wenn ich mein eigenes Leben betrachte? Hat Gott in meinem Leben einen Platz?

 

...jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichts!

Licht brauchen wir für unsere Augen. Ohne Licht wären wir blind. Leben wir als Kinder des Lichtes! Gott ist Licht und macht es hell … er macht auch mein Leben hell … wenn er mein Licht ist, kann ich selbst zu Licht werden für die Anderen …

Begreife ich mich wirklich als Kind des Lichtes? Macht der Glaube mein Leben hell? 

Sollte ich mich vielleicht neu für Gott öffnen, damit er mein Leben heller machen kann?

Licht deckt auf, was verborgen ist. Was ist dunkel in mir und um mich herum? Alles kann heller werden durch den Glauben an den Gott, der selbst das Licht ist.

 

Glaubst du an den Menschensohn? Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube. Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.

Krisenzeiten können sein wie Stürme in unserem Leben. Jesus hat einmal einen Sturm auf einem See zur Ruhe gebracht. Kann man das Bild vom Wetter-Sturm auf die Stürme des Lebens übertragen? Die Corona-Krise ist bildlich sicher wie ein Sturm. Vor diesem Sturm müssen wir uns zurückziehen.

Stillt Jesus die Stürme in mir? Wirbeln mich die Turbulenzen im Leben durcheinander … vielleicht mehr als es sein müsste? 

Kann ich bei Jesus Ruhe finden? Wann gehen mir die Augen auf, dass Jesus die Stürme in mir stillen kann … auch wenn die äußeren Stürme noch da sind?

Also: glaube ich an Jesus als den Herrn? Welche Blindheit in mir muss genommen werden, um ihn als das Licht zu sehen?

 

Impulse: N. Huthmacher, Diakon

Texte aus: https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2020-03-22