• Fenster_Ki_Lo

    Impuls der Woche

Aktuelles Vorwort der Pfarrnachrichten

Liebe Leserinnen und Leser unserer Pfarrnachrichten!

 

dieser Spruch von Angelus Silesius berührt mich, weil er auf einen zentralen Punkt unseres Glaubens aufmerksam macht. Der Barockdichter und Mystiker Johannes Scheffler, der sich Angelus Silesius - „der schlesische Engel“ - genannt hat, bezeugt nämlich, dass die Geburt Jesu Christi in Bethlehem nicht allein als historisches, als ein in der Vergangenheit abgeschlossenes Ereignis von Bedeutung ist. Natürlich ist sie das auch. Doch die Geburt Jesu Christi, wie seine ganze Erscheinung, ist weniger ein äußerliches als wesentlich ein Geschehen, das die Welt und die ganze Schöpfung von Gott her innerlich verändert hat. Dieses Ereignis bleibt darum den Klugen und Weisen zumeist verborgen, wie Jesus selbst sagt. Diese erfassen, erklären und gestalten die Welt allermeist allein mit ihrem Verstand.

 

Dies belegt der Zustand der Welt nah am Abgrund. Doch den Kindern und denen, die wie Kinder sind, weil sie sich dem Wirken Gottes öffnen und sich mit Haut und Haar nach ihm sehnen, denen zeigt und erklärt sich Gott in einer leisen und feinen Sprache, die das Herz berührt. Die eigentliche Kraft der Geburt des Kindes liegt insofern darin, dass die unverbrüchliche und bedingungslose Liebe Gottes zu uns Menschen, die in dieser unscheinbaren Geburt am Rande der damaligen Welt zum Vorschein kommt, ihre Wirksamkeit erst dann voll entfaltet, wenn ich sie glaubend in mich aufnehme. In dieser Weise bereite ich
ihm in meinem Herzen eine Wohnung.

 

Genau darum haben Christen, die so handeln und wo immer sie sich auch befinden, eine Heimat. Denn Gott ist es, der, wenn wir ihm dieserart in uns Heimat geben, uns seinerseits bedingungs- und grenzenlos in sich Heimat schenkt. In sich und uns eröffnet er damit den Raum der Liebe, die uns Speise und Freude unseres Lebens ist, als einer nie versiegenden Quelle. Sie verwandelt uns, lässt uns leben, wachsen und diese Liebe weiterschenken. Dies ist der tiefste Sinn und das Glück unseres Lebens, Gott dafür zu danken und ihn zu loben, dass er so an uns handelt. Und weil er uns an sich teilhaben lässt, darum können wir in Wort und Tat in dieser Welt genauso liebend handeln wie er.

 

So ist es uns keine Last, sondern tiefe Freude und es drängt uns, wenn wir als Beschenkte die uns geschenkte Heimat unbedingt weiterschenken wollen, an unsere Kinder, Alten und Familienangehörigen. Aber genauso an wildfremde Menschen, die umgekehrt als Geschenk dieser Welt zu uns gekommen sind, um als neue Nachbarn Heimat bei uns und in unseren Herzen finden zu können. Hier merken wir, die Geburt Jesu hat weitestreichende Konsequenzen. Sie erschafft uns neu und radikal: Sie vermag es zu bewirken, dass aus uns liebende Menschen werden, die erkennen, dass wir mit allen Konsequenzen weltweit in einen Resonanz- und Beziehungsraum der Liebe des dreifaltigen Gottes hineinverwoben sind. Was kann uns da noch passieren, wenn wir den, dessen Geburt wir alles zu verdanken haben, was uns ausmacht, weiterschenken an diejenigen, denen fast alles Lebens notwendige fehlt.


Nehmen wir die Dynamik der Spur des Kindes in der Krippe freudig auf, verschenken wir uns selbst in Wort und Tat an alle, die uns nahe, noch mehr und besonders aber auch an alle, die uns fern sind, die wir aber doch mit unserer grenzenlosen göttlichen Liebe des Kindes in der Krippe erreichen können.


Denn: „Ite missa est“ – „Geht, es ist Sendung!“


Eine friedvolle, erfüllte und gesegnete Weihnacht wünsche ich Ihnen, Ihren Familien und Angehörigen im Namen des ganzen Pastoralteams


Ihr


Patrick Oetterer
Diakon

 

Aktuelle Informationen in unseren Pfarrnachrichten

Weitere Informationen finden Sie in unseren Pfarrnachrichten hier zum download