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    Impuls der Woche

Aktuelles Vorwort der Pfarrnachrichten

Liebe Leserinnen und Leser unserer Pfarrnachrichten!

Die drei Gleichnisse dieses Sonntages – der Hirte, der dem einen verlorenen Schaf nachgeht/ die Frau, die die verlorene Drachme sucht/der barmherzige Vater, der den verlorenen Sohn aufnimmt – haben drei Gemeinsamkeiten: den Gegensatz vom Verlieren und Finden, die Aufforderung zur Mitfreude an die Nachbarn, Freunde oder den älteren Bruder, sowie das Ungewöhnliche, dass immer die große Freude der Hauptpersonen – Schäfer, Hausbesitzer und Vater- unverhältnismäßig und für die Hörer überraschend ist. Das letzte Gleichnis ist der Höhepunkt, denn hier steht das ungleiche Brüderpaar, die Familie im Mittelpunkt. Die Freude ist hier am stärksten. Diese drei Gleichnisse über die Freude sind ein Spiegel der Verkündigung Jesu. Gottes Sohn will, dass wir Menschen uns von ihm zu jeder Zeit, an jedem Ort, in jeder Situation finden lassen. Seien wir auch noch so fern und in Distanz zu ihm. Er umfängt uns in seiner Liebe, zieht uns an sich und holt uns auf diese Weise dort ab, wo wir und wie wir sind. In allen drei Gleichnissen liegt die Pointe darin – sie spielen ja auf Gottes Verhältnis zu uns Menschen an -, dass wir uns mitfreuen dürfen und sollen, wenn Gott das Verlorene wiedergefunden hat (Klaus Berger).

Zu dieser will Jesus motivieren, denn die Umkehr eines Sünders ist, so die Gleichnisse, wie wenn ein Toter lebendig wird (Lk 15,24). Hierauf weist auch der Einstieg in diese Gleichnisse hin. Jesus will gegenüber den Pharisäern seinen Umgang mit Sündern, mit Ungläubigen rechtfertigen und gleichzeitig das Verhalten der Pharisäer ändern. Jesu Kritik an den Pharisäern lautet nämlich, dass sie die Annahme der Sünder durch Jesus nicht verstehen. Daher sollen sie zur Mitfreude und über diese Freude dazu bewegt werden, letztlich zu erkennen, wer Gott in Jesus von Nazareth ist und wie er durch seinen Sohn im Heiligen Geist besonders gerne an den Verlorenen, Kranken, Sündern und Ausgestoßenen handelt. Das sind immer wieder auch wir selbst.

Anlässe, Mitchristen zur Mitfreude einzuladen, gab und gibt es immer in der Geschichte der Kirche. Da macht unsere Gegenwart keine Ausnahme. Meistens sind es die, die schon lange dabei sind, die sich gegenüber den Neuen wehren. Die Treuen (der daheimgebliebene Bruder) sind schon lange da, die Neuen (der verlorene Sohn) sollen sich nach den Älteren richten. Das Drama besteht nach Jesus darin – dies sollten wir sehr ernst nehmen und in unsere kirchlichen, politischen, nachbarschaftlichen und familiären Situationen übertragen -, dass wir heimgekehrten bzw. bekehrten Sündern, Kranken, Originalen, Querköpfigen, Fremden…, die uns irgendwie unbequem und unangenehm erscheinen, weil sie nicht in unser Schema passen, die Gemeinschaft häufig verweigern. Gott geht in Jesus Christus beispielhaft einen völlig anderen Weg, den er uns anweist mitzugehen. Wir sollen zuerst unser Herz für diese Menschen öffnen, sie konkret aufnehmen und ihnen helfen, wie Jesus sie sieht, aufnimmt und heilt. Jesus sagt uns: Feiert ein Fest um jeden Einzelnen, den ihr wiedergefunden oder neu hinzugewonnen habt. Denn Gott ist einer, der sich darüber unbändig freuen kann.

Zu diesem Fest-Mahl lädt er uns alle – Heimgebliebene und Zurückgekehrte – in der Eucharistiefeier beispielsweise an jedem Sonntag ein! Bleiben wir nicht fern und in Distanz, überschreiten wir unsere Schwellen auf ihn und andere Mitmenschen hin. Es lohnt, probieren wir es aus! Freude und Liebe ziehen bei uns ein, Griesgrämigkeit und Kreisen um sich selbst halten sich in Grenzen.

Das wünscht Ihnen nach den Sommerferien für das ganze Pastoralteam


Ihr

Patrick Oetterer
Diakon

 

 

 

 

 

 

 

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